Ausgabe 01 2017

Praxis Alles im grünen Bereich

Seit 2014 regelt das Rechtsdienstleistungsgesetz umfassende Darlegungs- und Informationspflichten für Inkassounternehmen.

Oft wird in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert, wie verbraucherfreundlich und transparent Inkassoschreiben sind. Seit 2014 regelt das Rechtsdienstleistungsgesetz umfassende Darlegungs- und Informationspflichten für Inkassounternehmen.

Aber wie beurteilen Schuldner selbst die Qualität und den Informationsgehalt von Inkassoschreiben? Das zeigt jetzt eine im Auftrag der infoscore Forderungsmanagement GmbH, eines Unternehmens von Arvato
Financial Solutions, durchgeführte Studie des Media Entrepreneur Centers der Hochschule der Medien in Stuttgart und der Marktforschungs- und Beratungsagentur Kaufmann & Kirner. Das Ergebnis bestätigt, dass Inkassoschreiben korrekt und rechtskonform sind. Außerdem sind sie für die Adressaten ohne Weiteres verständlich. Die 2014 eingeführten gesetzlichen Regelungen für Inkassounternehmen haben sich demnach bewährt.

Darlegungs- und Informationspflichten erfüllt

Die Studie stellt heraus, dass der Auftraggeber zu 100 Prozent benannt wird. In 99 Prozent der Fälle nennen die Inkassounternehmen den Forderungsgrund. Das Vertragsdatum geben die Inkassounternehmen in 91 Prozent der Fälle ebenfalls konkret an beziehungsweise liefern weitere Informationen, wie zum Beispiel Bestell-, Buchungs- oder Rechnungsdatum, mit denen der Schuldner die Forderung auf Anhieb nachvollziehen kann.

Schreiben verständlich und korrekt

93 Prozent der Schuldner verstehen laut Studie problemlos, warum sich Inkassounternehmen an sie wenden. Die für den Schuldner wichtigen Informationen wie der Grund der Forderung, Auftraggeber, Vertragsdatum und -gegenstand sind auf den Schreiben ersichtlich. Das belegen Werte von jeweils über 90 Prozent, in denen dies der Fall ist. Insgesamt 94 Prozent der Firmen geben konkrete Rechnungsdaten an, obwohl hierzu keine gesetzliche Verpflichtung besteht.

Inkassovergütung absolut rechtskonform

Die Studie hat ebenfalls die von den Inkassounternehmen geltend gemachte Vergütung betrachtet. Diese halten sich demnach an den im Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) festgelegten Schwellenwert von maximal 1,3 RVG-Gebühr. Sie agieren damit absolut rechtskonform.

Regelungen umgesetzt

„Die Studie zeigt, dass die gesetzlichen Regelungen von den Inkassounternehmen sehr erfolgreich umgesetzt werden und keiner Nachbesserung bedürfen“, erklärt Volker Bornhöft, Geschäftsführer Collection Deutschland bei Arvato Financial Solutions. „Allerdings wäre eine stärkere Überwachung durch die jeweiligen Aufsichtsbehörden angebracht, um ‚schwarze Schafe‘ effektiver sanktionieren zu können.“ Vor allem sollte das Verhalten nicht in Deutschland regis­trierter Inkassodienstleister auf dem deutschen Markt intensiv beobachtet und deren Aktivitäten gegebenenfalls durch aufsichtsbehördliche Maßnahmen unterbunden werden.