Ausgabe 02 2016

Provokation Calling Dr. Dog

Tiere helfen den Menschen in vielerlei Hinsicht.

Mit Tieren kuscheln, hilft Aggressionen zu überwinden.

Manche Menschen entspannt es, Vögel zu beobachten, andere sind glücklich, wenn es sich eine Katze schnurrend auf ihrem Schoß gemütlich macht. Ganz egal, ob Federn, Schuppen oder Fell: Tiere beruhigen uns und können darüber hinaus helfen, emotionale Isolation oder Aggressivität zu überwinden. Nicht ohne Grund kommen sie in vielen Programmen zur Resozialisierung von Häftlingen zum Einsatz.

Im Ohio Reformatory for Women in Marysville beispielsweise päppeln Insassinnen kranke oder verletzte Wildtiere wie Enten, Kaninchen oder Eichhörnchen auf. Etwa 400 von ihnen pflegt Sharon Young, die eine Haftstrafe wegen Mordes verbüßt, jährlich gesund. „Vor zehn Jahren hätte man mich nicht in der Nähe seiner Tiere haben wollen, ich hatte keinerlei Mitgefühl für andere“, erzählt sie. Der Kontakt und die Fürsorge für die Wildtiere habe das geändert.

Für die Organisation Puppies Behind Bars (PBB) bilden Sträflinge im US-Bundesstaat New York Führ- und Sprengstoffspürhunde aus – und profitieren davon vor allem selbst, sagen die Initiatoren. „Wir von PBB glauben, dass Hunde Leben verändern können, auch die von Häftlingen, die eine Mauer um ihre Emotionen errichtet haben, um im Gefängnis zu überleben.“

Der amerikanische Psychologe Dr. Aubrey H. Fine, Professor an der California State Polytechnic University in Pomona, führt den positiven Effekt von Tieren auf Menschen vor allen Dingen auf einen Grund zurück: Liebe. So sei schon die Freude, mit der Tiere uns begrüßten, ein sozialer Anker, der uns das Gefühl gäbe, gebraucht und gemocht zu werden.

Foto: Thanks for visiting!/Getty Images