Ausgabe 01 2017

Tempo Das Timing zählt

Schnell reagieren, kreativ auf aktuelle Ereignisse eingehen und gut vorbereitet die eigene Markenbotschaft einbringen: Beim Echtzeitmarketing wird nichts dem Zufall überlassen

Schnell reagieren, kreativ auf aktuelle Ereignisse eingehen und gut
vorbereitet die eigene Markenbotschaft einbringen: Beim Echtzeitmarketing wird nichts dem Zufall überlassen. Im Folgenden kommen die besten Beispiele, bei denen diese Art der Werbung rasant und gut funktionierte.

Spielsucht at its best
Echtzeitmarketing gehört zur Königsdisziplin der Werbebranche – und Amazon weiß das nur zu gut. Als im Sommer 2016 mit Pokémon Go eine neue Smartphonespielsucht ausbrach, nutzte der Onlineversandhändler das für sich aus und bot Portable Battery mit den Worten „Because #PokemonGO“ auf Twitter an. Daraufhin erreichten Amazon von Twitternutzern jede Menge niedliche Pikachu-Bilder, um der Freude über die gelungene Werbung Ausdruck zu verleihen.

Bis(s) zum letzten Schokoriegel
Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen: Als der Fußballprofi Luis Suárez im Affekt seine Zähne tief in die Schulter seines italienischen Gegners grub, wusste Snickers die Situation für sich zu nutzen. Die Werbeabteilung postete auf Twitter ein besonders ansehnliches Foto ihrer Süßigkeit und titelte „More satisfying than Italian.“ Darauf folgten rund 44.000 Retweets und 21.000 Nutzer versahen den Post mit einem Herz.

Im Dunkeln lässt sich gut munkeln
Was für ein Glück: Als 2013 beim Superbowl der Strom ausfiel, war auch das Marketingteam vom US-Unternehmen Oreo vor Ort. Anstatt auch einfach ein bisschen abzuschalten, arbeiteten die Kreativen des Keksimperiums direkt drauf los. Die kurzen Entscheidungswege machten es möglich, dass in Windeseile der Tweet „You Can Still Dunk In The Dark“ mitsamt eines Fotos des schmackhaften Oreos im Halbdunkel in die Welt geschickt wurde. Seitdem gilt die Werbung als Best-Practice-Beispiel für Echtzeitmarketing.

Wir haben uns alle lieb
Im Herbst 2014 befand sich der Tarifstreit der Lokführer (GDL) mit der Deutschen Bahn auf einem neuen Höhepunkt. Kaum ein Zug rollte mehr. Grund genug für die Kunden, um auf den sozialen Kanälen das Hashtag #fuckyougdl zu etablieren. Allein der Autovermieter Sixt suchte einen positiven Ausweg aus der Misere. Das Unternehmen warb für seinen Dienst, indem es sich auf die Seite der Lokführer stellte und auf Facebook ein Bild mit einem riesigen Herzen und den Worten „HDGDL, GDL.“ veröffentlichte. Die Facebook-Fans teilten die simple Liebesbekundung über 2000-mal.

Neue Hoffnung
Taktik ist alles, worauf es ankommt. Gleich nachdem sich im September 2016 die Nachricht von Angelina Jolies Trennung von Ehemann Brad Pitt herumsprach, schaltete Norwegian Airline in norwegischen und britischen Tageszeitungen großflächige Anzeigen für ihre Direktflüge nach Los Angeles. Um zu überzeugen, benötigten sie nur drei Worte: „Brad is single“. Daraus entwickelte sich in Windeseile ein viraler Hit.