Ausgabe 01 2017

Datenflut Daten schlafen niemals

Früher war alles besser? Von wegen. Heute funktioniert so einiges schneller und unkomplizierter. pay hat recherchiert.

Früher war alles besser? Von wegen. Heute funktioniert so einiges schneller und unkomplizierter. pay hat recherchiert.

Kommunikation - Ist da jemand?
Im 15. Jahrhundert dauerte es rund fünfeinhalb Tage, um einen Brief beispielsweise von Brüssel nach Innsbruck zu überbringen. Nicht gerade schnell. Nach den Postkutschen kamen die Postautos. Das erste Postauto fuhr 1906 zwischen Bern und Detligen. Richtig fix ging das Kommunizieren ab 1971. Da wurde die erste E-Mail verschickt. Heute werden minütlich weltweit rund 204 Millionen E-Mails geschickt, an die sieben Millionen Snapchat-Videos geschaut, 216.000 Fotos via Facebook und 10.000 Tweets mit Emojis geteilt.

Bezahlen - Money, Money, Money
Im 18. Jahrhundert wurde Bargeld noch mit Postkutschen transportiert. Mit der Wirtschaftskrise von 1907 ging dann in Deutschland die Einführung des bargeldlosen Zahlens einher. Richtig interessant wurde es 1950, als Kreditkarten auf den Markt kamen. Mit ihnen konnte man anfangs aber nur in 27 Restaurants zahlen. Heute ist diese Art von bargeldlosem Zahlen zum Alltag geworden. In Deutschland besitzen über 34 Millionen Menschen eine Kreditkarte.

Fortbewegung - Die Zeit rast
Um 1845 war das Reisen kein Vergnügen. Wer zum Beispiel an einem Montag­morgen mit der Fahrpost in Berlin abfuhr,
der erreichte erst am Sonntag Köln. Das Tempo lag gerade mal bei 4,34 Kilometern pro Stunde. Dank der Erfindung des motorbetriebenen Automobils (1885) kann man heutzutage bereits nach sechs Stunden vor dem Kölner Dom stehen.
Mit dem Flugzeug ist die Strecke sogar in 65 Minuten zu bewältigen.

Download - Das rattert so schön
Die Übertragungsgeschwindigkeit der Geräte hat sich auch deutlich gesteigert. Schaffte ein Modem 1960 nur 300 Bit pro Sekunde und benötigte somit unter Idealvoraussetzungen 96,5 Tage, um einen 2,5-Gigabyte-Film herunterzuladen, kann man mit Glasfaserleitungen, die 200 Megabit pro Sekunde übertragen, den gleichen Film nun schon nach 12,5 Sekunden betrachten.mm

Wettervorhersage - Badehose oder Regenmantel
Seit rund 50 Jahren erhält der Deutsche Wetterdienst Daten via Satellit. Im Jahr 1966 wurden die Bilder noch analog zur Erde gefunkt. Um die Kontinente richtig sehen zu können, mussten diese mithilfe einer Schablone und per Hand nachgemalt werden. So lag den Meteorologen erst nach rund 40 Minuten ein fertiges Bild vor. Damals konnte man bis zu drei Tage das Wetter voraussagen. Heute sind es zehn. Eine Analyse des Wetters ist detailreich, digital und in Sekundenschnelle möglich.

Illustration: Florian Sänger