Ausgabe 02 2016

Provokation Die fünf besten Filme über Teen Rebellion

Diese Filme über Jugendkultur und Rebellion sollte man gesehen haben.

Diese Filme über Jugendkultur und Rebellion sollte man gesehen haben.

The Breakfast Club


Ein melancholisches Porträt der unangepassten Jugend der 80er-Jahre

Auf Nachsitzen hat keiner Lust. Schon gar nicht an einem Samstagvormittag, wenn alle anderen Schüler frei haben. Doch Außenseiterin Allison (Ally Sheedy), Streber Brian (Anthony Michael Hall), Supersportler Andrew (Emilio Estevez), Spießerin Claire (Molly Ringwald) und der unangepasste John (Judd Nelson) werden genau dazu verdonnert. Als sie sich im Klassenraum einfinden, kennen sie sich kaum. Aber nach einiger Zeit, ohne die Aufsicht eines Lehrers, lernen die fünf Teenies sich immer besser kennen. Schließlich reden sie sich ihre Probleme von der Seele, mit denen sie täglich zu kämpfen haben. Die Erkenntnis: So unterschiedlich wie gedacht sind sie gar nicht. Der US-Kultfilm aus dem Jahr 1985 fasziniert in vielerlei Hinsicht. Zum einen geht es um ungewöhnliche Freundschaften, die unter ebenso ungewöhnlichen Umständen entstehen, und zum anderen wird gezeigt, wie man auch an einem eigentlich schulfreien Tag im Schulgebäude für Aufruhr sorgen kann.

Mehr zu „The Breakfast Club“

Ferris macht blau


Eine Pause zu machen, ist auch eine Art Rebellion

Ferris (Matthew Broderick) hat ganz klare Prioritäten. Zuerst kommt das Vergnügen, dann die Schule. Und wenn er nun mal lieber mit seinen Freunden in Chicago einen draufmachen möchte, dann tut er das einfach. So stellt er sich an einem Tag krank und befreit auch seine Freundin Sloane (Mia Sara) sowie seinen Kumpel Cameron (Alan Ruck) mit verstellter Stimme von dem lästigen Unterricht. Zusammen erleben sie einen chaotischen, aber gleichzeitig auch überaus genialen Tag in der Großstadt. Dabei ist ihnen Schuldirektor Ed Rooney (Jeffrey Jones) immer dicht auf den Fersen. Seine Absicht: Ferris ein für alle Mal auffliegen zu lassen. Die US-Tragikomödie aus dem Jahr 1986 erinnert daran, wie vergänglich die Jugend ist und wie wichtig es genau deshalb ist, jeden Tag in vollen Zügen auszukosten. Das macht gute Laune!

Mehr zu „Ferris macht blau“

Kids


Irgendwie ist doch alles egal, oder?

Ein Tag im Leben einer Gruppe von Jugendlichen, die sich die Zeit mit Skaten, Rauchen, Trinken und Sex vertreiben. Insbesondere Telly (Leo Fitzpatrick) scheint vor nichts und niemandem Respekt zu haben. Und nichts bedeutet ihm wirklich etwas. Eine seiner früheren Eroberungen, Jenny (Chloë Sevingy), hat jedoch Neuigkeiten, die sein echtes Interesse wecken. Sie findet heraus, dass sie wegen Telly an HIV positiv ist. Nun will sie ihn davon abbringen, weitere Mädchen mit dem Virus anzustecken. Obwohl das US-Drama mehr als zwanzig Jahre alt ist, hat es nichts an Relevanz eingebüßt. Die Schockstarre geht, auch nachdem man den Film zu Ende angeschaut hat, so schnell nicht vorüber. Es wird komplett ungeschönt gezeigt, wie unbeeindruckt vor allem die Teenager durch den Alltag gehen, sodass es dem Zuschauer schon mal die Sprache verschlagen kann.

Mehr zu „Kids“

Dreizehn


Da kommt selbst Mama nicht mehr mit

Von einem Tag auf den anderen entwickelt sich Tracy (Evan Rachel Wood) von der braven Musterschülerin zum draufgängerischen Gangmitglied. Ihre Mutter (Holly Hunter) ist völlig überfordert, als sie Wind davon bekommt, wie sehr sich die geliebte Tochter plötzlich gehen lässt. Um als vollwertiges Mitglied der Gruppe rund um die coole Evie (Nikki Reed) anerkannt zu werden, kippt sie ordentlich Alkohol in sich hinein, lässt sich piercen und experimentiert schließlich sogar mit Drogen. Der amerikanische Coming-of-Age-Film von 2003 ist eine Wucht. Er lässt niemanden gänzlich unberührt. „Dreizehn“ macht deutlich, wie viele Komplikationen und Schwierigkeiten mit dem Erwachsenwerden einhergehen können.

Mehr zu „Dreizehn“

An Education


Woanders ist alles besser?

Ein kleiner Londoner Vorort, 1961: Die kluge Jenny (Carey Mulligan) hält nichts mehr in dem glanzlosen Arbeitermilieu, in dem sie aufgewachsen ist. Sie will nur noch schnell die Schule überstehen und dann endlich an die Oxford University. Als sie den weltgewandten, aber doppelt so alten Lebemann David (Peter Sarsgaard) kennenlernt, kommt ihr das gerade recht. Endlich jemand, der sie versteht und sie hoffentlich aus der Enge der Kleinstadt befreit. Doch dieses Aufbegehren gegen die Norm rächt sich schneller als erwartet. Das britische Drama aus dem Jahr 2009 lebt von seinen unvergleichlich intelligenten Dialogen. Durch den Wortwitz und die Tiefe der Gespräche lässt sich die Freigeistmentalität der jungen Protagonistin umso besser nachvollziehen – bis sich der Zuschauer in Gänze mitreißen lässt.

Mehr zu „An Education“

Foto: Alexey Kuzma/stocksy