Ausgabe 4 2015

Chefsache Egomanie

pay stellt einige eifrige Selbstvermarkter und ihre gigantischen Projekte vor

Herausragende Führungskräfte beweihräuchern sich nicht selbst – oder etwa doch? Sich Anerkennung zu verdienen, ist in unserer Welt offenbar kein besonders Erfolg versprechendes Rezept für Respekt. pay stellt einige eifrige Selbstvermarkter und ihre gigantischen Projekte vor.

Verlaufen

Der ehemalige rumänische Präsident Nicolae Ceaușescu (1918–1989) ließ sich für den Spottpreis von zehn Milliarden US-Dollar einen Palast bauen. Dass dafür 19 Kirchen, sechs Synagogen und rund 30.000 Privathäuser abgerissen werden mussten, störte ihn nicht weiter. Heute wandeln Rumäniens Parlamentarier durch die vornehmen Hallen des alten Palastes. Der Bau ist aber so groß, dass das Parlament nur die Hälfte des Gebäudes belegt.

Sonnenstich?

Turkmenistan hat bereits eine ganze Reihe von Diktatoren erlebt. Saparmyrat Nyýazow (1940–2006), der sich Turkmenbaschi (Führer der Turkmenen) nannte, ließ eine drehbare goldene Statue von sich errichten, damit diese immer von der Sonne angestrahlt werden konnte. Sein Nachfolger Gurbanguly Berdimuhamedow setzte noch einen drauf und ließ sich im Frühjahr 2015 nicht nur in Gold, sondern auf dem Rücken eines goldenen Pferdes auf einer weißen Marmorklippe verewigen.

Ich liebe mich!

Rafael Trujillo (1891–1961), der ehemalige Präsident der Dominikanischen Republik, der bei der Wahl 1930 mehr Stimmen erhielt, als Wähler im Land waren, hielt es für angemessen, dass auf allen Autonummernschildern „¡Viva Trujillo!“ (Es lebe Trujillo!) stand. Er wollte aber noch mehr Selbstbestätigung und ordnete an, dass in allen Kirchen zu lesen war: „Gott im Himmel, Trujillo auf Erden“. Sein Volk musste ihn nur bis 1938 ertragen – Gott sei Dank!

Weisheit kommt mit dem Alter

Der abergläubische Präsident von Birma (heute Myanmar), Ne Win (1911–2002), wollte unbedingt länger leben. Dem Rat von Wahrsagern folgend badete er in Delphinblut und änderte die Stückelung der Landeswährung in 15, 30, 45 und 90 Kyat, auf dass er dieses reife Alter erreiche. Leider führte die Währungsreform dazu, dass die birmanischen Bürger über Nacht pleite waren, aber diesen Preis war er offenbar bereit zu zahlen. Gestorben ist er schließlich im Alter von 91 Jahren.

Fotos istock; corbis; wikimedia