Ausgabe 4 2015

Chefsache Fünf alternative Führungsstrategien zu Holakratie

Noch nicht ganz überzeugt von Holakratie? Hier sind einige alternative Führungstheorien

Mitarbeiter zu führen, ist harte Arbeit! Hier sind einige ältere Führungstheorien für alle, die von der Holakratie nicht ganz überzeugt sind:

Scientific Theory

Die Scientific Theory oder Wissenschaftliche Theorie wurde von Frederick W. Taylor in den 1880er-Jahren entwickelt und beschreibt wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und die Behebung jeglicher Verluste. Erreicht wird das durch die Vereinfachung von Aufgaben, gleiche Arbeitsverteilung und finanziellen Ansporn für die Arbeiter. Diese Führungsstrategie legt ihren Schwerpunkt auf durchgeplante Arbeitsprozesse und lässt wenig Raum für Bauchgefühl und Erfahrung – also die menschlichen Aspekte der Arbeit.

Administrative Führungstheorie

Im Jahr 1916 veröffentlichte Henry Fayol seine „Administrative Theory“ . Seine Überlegungen konzentrieren sich überwiegend auf die Arbeit der Unternehmensführung, dem Upper Management. Die Chefebene tauscht sich mit anderen Angestellten mittels Planung, Organisation, Controlling und Koordination aus. Die Theorie: Wenn es in der Chefetage gut läuft, überträgt sich das auch auf das restliche Unternehmen.

Bürokratietheorie

Zeitgleich mit dem industriellen Wachstum in vielen Ländern hat Max Weber in den 1920er-Jahren die bürokratische Führungsstrategie entwickelt. Aber aufgepasst: Damit ist nicht das scheinbar endlose Schlangestehen oder Erledigen von Papierkram gemeint. Webers Theorie bezieht sich auf Hierarchie und klare Regeln, die es einem Unternehmen ermöglichen, sowohl an Größe als auch an Komplexität zu wachsen. Noch immer arbeiten viele Organisationen mit dem bürokratischen Modell. Viele Kritiker meinen jedoch, dass dabei ein zu großer Fokus auf Arbeitsprozesse statt auf Arbeitsziele gelegt wird.

Theorie X und Theorie Y

Douglas McGregor hat in den 1960er-Jahren die beiden Theorien X und Y zu Führung und Motivation entwickelt. Die beiden Theorien funktionieren nach dem allseits bekannten Prinzip, dass es zwei Typen von Menschen gibt. Die X-Menschen mögen ihre Arbeit nicht und brauchen viel Betreuung und Überwachung. Y-Menschen hingegen sind sehr zufrieden mit ihren Jobs, und sie bekommen mehr Verantwortung und Anerkennung.

Transformative Führung

1978 präsentierte James MacGregor Burns seine Theorie der transformativen Führung. Sie beruht darauf, dass sich Unternehmensführer und ihre Angestellten gegenseitig ermutigen, immer besser zu werden – ohne dass dieser Grundsatz auf dem klassischen Geben und Nehmen beruht. Es ist eher die Persönlichkeit und die Fähigkeit des Vorgesetzten, mit gutem Beispiel voranzugehen und mit emotionaler Intelligenz zu führen. Im Idealfall sollten Führungskräfte ihren Angestellten ein Gefühl von Sicherheit geben, respektiert statt gefürchtet werden, und sie sollten Konflikte lösen, statt sie zu schaffen – so wie es vertraute Großeltern tun.

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