Ausgabe 3 2015

Kaum ein Mensch kann etwas für seinen Namen, für die Namensangaben in seinen Bestellungen dagegen schon. Der FakeNameCheck macht sich den Umstand zunutze, dass verdächtige Angaben oft auf eine Betrugsabsicht im Onlinehandel hindeuten.

Wer Betrugsversuche im Onlinehandel zuverlässig aufdecken möchte, benötigt ein möglichst umfassendes Bild seines (potenziellen) Kunden. Schon fast routinemäßig werden daher zum Beispiel Adresse, Kontodaten, E-Mail-Adresse und Endgerät des Bestellers geprüft. Ein systematischer Check des Namens fehlt jedoch meist. Ein Fehler, denn oftmals lassen sich Betrugsabsichten anhand der Eigenschaften eines Namens ablesen. So nutzen viele Menschen zum Beispiel beleidigende, fiktive oder scherzhafte Namen, wenn sie nicht erkannt werden wollen. Betrugsverdächtige Bestellungen weisen daher überdurchschnittlich oft die genannten Eigenschaften auf, und es lohnt sich, diese herauszufiltern. Je nach Kundengruppe enthalten bis zu 3,5 Prozent aller Anfragen verdächtige Namen und deuten damit auf eine Betrugsabsicht hin.

Klare Einordnung der Ergebnisse

Mithilfe des FakeNameCheck von arvato Financial Solutions lässt sich dieser wichtige Aspekt der Risikoprüfung nun in den Bestellvorgang integrieren. Nach Übermittlung der Daten durch den Kunden überprüft das System, ob ein Name betrugsverdächtige Merkmale enthält. Analysiert werden beispielsweise willkürliche Schreibweisen, berühmte, verschleierte oder scherzhafte Namen, Platzhalternamen, leere Eingabefelder, Firmennamen oder eine nicht zum Vornamen passenden Geschlechtsangabe. Diese Prüfung geht unbemerkt vom Besteller über die Bühne, da die Antwortzeiten im Millisekundenbereich liegen. Sein Ergebnis gibt der FakeNameCheck in Form von drei verschiedenen Güteklassen aus. Handelt es sich um einen gültigen Vor- und Nachnamen, erhält die Anfrage grünes Licht. Existieren kleinere Auffälligkeiten wie etwa Schreibfehler oder handelt es sich nicht um einen Personennamen, empfiehlt die Lösung eine manuelle Prüfung. Abgelehnt werden Angaben, bei denen es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen missbräuchlich verwendeten Personennamen oder um eine Zufallseingabe handelt. Ebenfalls werden Namen abgelehnt, die Schimpfwörter oder andere beleidigende Ausdrücke enthalten. Um den täglichen Einsatz so wirkungsvoll und effizient wie möglich zu gestalten, lässt sich der FakeNameCheck individuell anpassen. So können Unternehmen beispielsweise die Schwellenwerte der drei Kategorien verändern oder Teilprüfungen einzeln ein- und ausschalten.

Massive Folgen möglich

Ein genauer Blick auf den Namen ist sinnvoll, missbräuchliche Angaben können Schäden verursachen. Denn obwohl Person oder Haushalt unter einer angegebenen Adresse mitunter nicht bekannt sind, gehen viele verdächtige Bestellungen durch eine zunehmende Zahl von „Spaßbestellern“ auf die Reise. Dadurch entstehen nicht unbeträchtliche Kosten für Versand und Retourenhandling. Mit diesen rein finanziellen Nachteilen ist es jedoch längst nicht getan. Viel gravierender wirken sich mitunter Reputationsschäden aus. Ordert ein Betrüger auf die Adresse einer Person, die er schädigen möchte, unter Verwendung eines beleidigenden Namens (zum Beispiel „Idiot Müller“), erhält der ahnungslose Adressat dann Post, und der Verdacht fällt schnell auf das ebenso ahnungslose Unternehmen. Mithilfe sozialer Netzwerke sprechen sich derartige Fälle rasch herum, und es fällt häufig schwer, den Sachverhalt aufzuklären. Mithilfe des FakeNameCheck lassen sich derartige Betrugsversuche im Vorfeld abfangen – übrigens auf internationaler Ebene. So enthält die Datenbank von arvato Financial Solutions Namen aus vielen Ländern und Sprachen mit lateinischem Alphabet sowie anderen diakritischen Zeichen. Im Zusammenspiel mit weiteren Prüfungen erhalten Unternehmen durch den FakeNameCheck ein verlässliches Ergebnis zur Identität eines Bestellers.

Foto: Jovana Rikalo/stocksy