Ausgabe 2 2015

Aktuelle Kurzmeldungen aus der pay-Redaktion

Der Tod der Einkaufsstraße?

Großbritannien ist in Sachen Click and Collect in Europa führend. Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich das Phänomen, dass Menschen im Internet Dinge bestellen, die sie später im Laden abholen. Seit April 2015 können britische Einzelhändler ihren Kunden diesen Service mit weniger Bürokratie anbieten. Ein neues Gesetz erlaubt Händlern, Click-and-Collect-Angebote einzuführen, ohne eine Planungsgenehmigung zu beantragen, die zuvor 195 Britische Pfund gekostet hatte und mit jeder Menge Papierkram und Bürokratie verbunden war. Werden diese Kunden jetzt die Einkaufsstraßen in den Innenstädten meiden und in die Malls am Stadtrand oder auf dem Land fahren? Nicht, wenn es nach Brandon Lewis geht, dem britischen Minister für Wohnungswesen und Stadtentwicklung. Er sagt, der Trend werde sogar mehr Menschen in die Innenstädte bringen.

Unbegrenzt shoppen

In Skandinavien nimmt der grenzüberschreitende Onlinehandel stetig zu. Laut dem jüngsten Bericht „E-handeln i Norden 2015“ des schwedischen Postbetreibers PostNord sind zum Beispiel schwedische Onlineläden auch in anderen skandinavischen Ländern beliebt. 2014 kauften Interneteinkäufer in Skandinavien Güter im Gesamtwert von 15,4 Milliarden Euro. Fast 40 Prozent davon entfielen zwar auf die Schweden, aber gemessen an den Einwohnern sind es die Norweger, die am meisten im Internet einkaufen. Sie gaben 2014 pro Kopf durchschnittlich 1.034 Euro im Internet aus.

Schule auf Draht

arvato Financial Solutions spendete in den Jahren 2013 und 2014 insgesamt 25.000 Euro für ein Bildungsprojekt vom Kinderhilfswerk Plan International Deutschland in Guatemala. Mit dem drei Jahre laufenden Projekt soll 2.500 Schülern in 64 Gemeinden mittels Teleunterricht ein Zugang zu qualitativ guter Sekundarbildung ermöglicht werden. Trotz hoher Einschulungsraten schließen im landesweiten Durchschnitt nur 38 Prozent der Jugendlichen eine weiterführende Schule ab – in der Projektregion San Pedro Carcha sind es sogar nur zwölf Prozent.

In den Jahren 2012 bis 2014 stieg die Einschulungsrate an den Teleschulen um 14 Prozent. Die Zahl der Mädchen, die seit 2012 ihren Schulabschluss an einer der Teleschulen absolviert hat, stieg um acht Prozent. Häufig brechen die Schülerinnen ihren Schulbesuch jedoch ab, weil sie sehr früh heiraten. Plan hat deshalb in Workshops 1647 Eltern einen vom Kinderhilfswerk unterstützten Gesetzesentwurf vorgestellt, der das gesetzliche Mindestalter für eine Heirat auf 18 Jahre anheben soll. Bisher durften Mädchen ab dem 14. und Jungen ab dem 16. Lebensjahr heiraten.

Geld drauf!

Nach der neuesten Untersuchung von ImpulsePay, dem britischen Anbieter mobiler Rechnungen, erreicht die Bezahlmethode per Telefonrechnung anderthalbmal so viele Verbraucher wie vergleichbare Bezahlvorgänge per Kreditkarte und viermal so viele Konsumenten wie PayPal. Mit über 85 Millionen aktiven Abonnements allein in Großbritannien ist die direkte Abrechnung über den Mobilfunkanbieter die am meisten genutzte Zahlungsart bei tragbaren Endgeräten. Die Studie weist darauf hin, dass Onlinehändler durch die Integration der Funktion in den Bestellprozess bis zu 93 Prozent der Erwachsenen in Großbritannien erreichen könnten.

76 Prozent

76 Prozent der 16- bis 24-jährigen Konsumenten hätten nichts dagegen, bei Zahlungsvorgängen statt traditioneller Sicherheitsmaßnahmen wie einem Kennwort biometrische Verfahren wie Gesichtserkennung, Fingerabdrücke oder Netzhauterkennung zu verwenden. Weitere 69 Prozent der Befragten dieser Altersgruppe, die zur Generation Z gehört, sind der Meinung, biometrische Zahlungssysteme würden ihr Leben schneller und einfacher machen.

Schon gewusst?

Acht Prozent der Amerikaner und vier Prozent der Europäer würden sich Tattoos mit eingebetteter Technologie stechen lassen. Das hat eine Umfrage von Forrester ergeben. Noch ist das zwar Zukunftsmusik, aber diese Form der sogenannten Wearable Technology könnte eine Art Smart Tattoo sein, das unter der Haut implantiert wird und zum Beispiel Türen öffnet oder per Handschlag Daten überträgt.

Kurz gefasst

Ich packe meinen Koffer ...

... und nehme mit: den hinreißend bissigen Kurzgeschichtenband „Alleine ist man weniger zusammen“ von Paul Bokowski (Manhattan, 12,99 Euro). Ironisch und pointiert berichtet der Autor aus dem Leben eines 30-jährigen Großstädters: Geschichten von absurden Anrufen bei der Polizei, einer wandernden Waschmaschine und unmoralischen Angeboten potenzieller Nachmieter.

Goldene Nachrichten

Die Meldung „Mit Bronze fängt es an“ in der pay-Ausgabe 1 2015 war kaum gedruckt, da erhielt das Team eine fantastische Nachricht: pay hat beim WorldMediaFestival, einem internationalen Wettbewerb für Kommunikationsmedien in Hamburg, in der Kategorie Corporate Print B2B Gold gewonnen. Weiter so!

Fotos: Nick Dolding/gettyimages; Maico Amorin/The Noun Projet (Hand); Plan International