Ausgabe 1 2015

Reputation Richard Nixon:
Entschuldigung. Wofür noch mal?

"Ich kann nur sagen, sollten manche meiner Einschätzungen falsch gewesen sein – und manche waren falsch –, so habe ich sie nach meiner damaligen Überzeugung im Interesse der Nation getroffen", sagte Richard Nixon, als er 1974 nach der Watergate-Affäre als erster und bis heute einziger US-Präsident zurückgetreten ist.

"Ich kann nur sagen, sollten manche meiner Einschätzungen falsch gewesen sein – und manche waren falsch –, so habe ich sie nach meiner damaligen Überzeugung im Interesse der Nation getroffen", sagte Richard Nixon, als er 1974 nach der Watergate-Affäre als erster und bis heute einziger US-Präsident zurückgetreten ist.

Wie das bei Reden großer Politiker so üblich ist, hat Nixon diese Worte nicht selbst geschrieben, sondern bei seinem Redenschreiber Raymond ­Price in Auftrag gegeben. Der war Nixons erste Wahl, wenn sich der Präsident an ein breites Pub­likum wandte. Und das tat er mit seiner Rücktritts­rede: 110 Millionen Fernsehzuschauer und 40 Millionen Rundfunkhörer verfolgten Nixons Worte. Das waren damals Rekordwerte für eine politische Rede.

Die Medien kritisierten später, Nixon habe sich nicht wirklich entschuldigt. Und tatsächlich ist das eingangs erwähnte Zitat die einzige Aussage, die auch nur in die Nähe einer Entschuldigung kommt. Price wollte alles in seiner Macht Stehende tun, um Nixons Präsidentschaft zum Erfolg zu verhelfen. Er habe mit Nixon geschrieben, nicht für ihn, sagt Price. Und Nixon weigerte sich, zu Kreuze zu kriechen. „Niemals. Ich glaube nicht, dass ich das muss“, sagte er 1977 in einer Interviewserie mit dem britischen Journalisten David Frost.

Weiterführende Informationen

Transkript der Rede vom 08.08.1974 im Public Broadcasting Service
pbs.org

Tonbandaufnahmen der Telefongespräche zwischen Nixon und seinem Speechwriter Ray Price.
nixontapes.org

Richard Nixons Interview mit David Frost Transcription und Video
http://lybio.net/

Foto: YouTube