Ausgabe 02 2016

Provokation Provokation im Sport

pay zeigt Beispiele dafür, dass Egozentrik und eine politische Haltung genauso provozieren können wie ein verbaler Seitenhieb.

pay zeigt Beispiele dafür, dass Egozentrik und eine politische Haltung genauso provozieren können wie ein verbaler Seitenhieb.

Das Enfant terrible

Auf und abseits des Fußballplatzes gilt für den italienischen Fußballer Mario Balotelli die Devise: „Bescheidenheit ist nicht mein Ding.“ Als er sich im Halbfinale der Fußballeuropameisterschaft 2012 nach seinem zweiten Tor gegen Deutschland das Trikot vom Körper riss, um als Muskelprotz zu posieren, war das so ein Beispiel. Dieser Mann fällt eben gern auf.

Die Beleidigung

Worte provozieren nicht nur, sondern können auch in Sekundenbruchteilen dazu führen, dass wir die Beherrschung verlieren. Ein legendäres Beispiel dafür ist der nicht nur verbale Schlagabtausch zwischen Zinédine Zidane und Marco Materazzi während des Endspiels der Fußballweltmeisterschaft 2006: als der Italiener Zidanes Schwester beleidigte, sah der Franzose rot. Er rammte seinen Kopf in Materazzis Bauch und flog vom Platz.

Das Statement

Als 1968 bei den Olympischen Spielen die Medaillen vergeben wurden, sorgten zwei Männer für Aufsehen. Die Sprinter Tommie Smith und John Carlos erhoben jeweils ihre in einen schwarzen Handschuh gehüllte Faust. Sie setzten so ein Zeichen gegen Rassismus und Ungerechtigkeit. Die Provokation kostete die Olympiasieger fast die Karriere.

Der Außenseiter

Dass Michael Edwards bei den Olympischen Winterspielen 1988 in Calgary antrat, galt vielen Kollegen als Provokation. Der Skispringer war neun Kilo schwerer als seine Kontrahenten und auch sein Stil war ein gänzlich anderer. Mittlerweile gibt es mit „Eddie the Eagle“ sogar einen Kinofilm über seine besondere Geschichte.

Fotos: (von oben nach unten): UPI/laif; AFP/Getty Images; ZUMA Press; Camera 4