Ausgabe 01 2016

Datenflut Zum Verzehr ungeeignet?

pay hat die besten Initiativen zusammengetragen, die in Ungnade gefallenen Lebensmitteln eine zweite Chance geben.

Das Auge isst mit. Aber nur, weil Lebensmittel unansehnlich sind, ihr Haltbarkeitsdatum überschritten ist oder nicht unseren kulturellen Erwartungen entsprechen – wie Weihnachtsschokolade im Januar –, sind sie noch lange nicht ungenießbar. Datenflut hat die besten Initiativen zusammengetragen, die in Ungnade gefallenen Lebensmitteln eine zweite Chance geben.

Von wegen hässlich!

Die französische Supermarktkette Intermarché bietet seit 2014 unförmiges Obst und Gemüse mit 30 Prozent Rabatt an und bewirbt die neue grüne Lebensmittelabteilung mit Bezeichnungen wie „die lächerliche Kartoffel“ oder „die hässliche Orange“.

Abgelaufen ist relativ

Nicht alle Lebensmittel müssen gleich in den Müll, nur weil ihr Haltbarkeitsdatum überschritten ist. Die Website www.stilltasty.com bietet Tipps zu vielen Produkten. Sie informiert unter anderem darüber, wie lange die Einkäufe frisch bleiben und wie man sie am besten aufbewahrt, um ihre Haltbarkeit zu maximieren.

Rub & Stub haben’s raus

Das dänische Restaurant Rub & Stub, das 2013 eröffnet hat, setzt sich gegen die Verschwendung von Lebensmitteln ein und kocht mit überschüssigen Waren der Lebensmittelindustrie. Bislang hat das Restaurant, das auf Deutsch etwa „bis zum letzten Rest“ heißt, rund 3,5 Tonnen „gerettete“ Lebensmittel serviert. Der Gewinn kommt gemeinnützigen Zwecken zugute.

Last Minute Market

Täglich bleiben Einzelhändler, Läden und Hersteller auf unverkaufter Ware sitzen, die sie bei Ablauf des Verfallsdatums wegwerfen müssen. Das Projekt Last Minute Market bringt Unternehmer mit Menschen und gemeinnützigen Organisationen in Kontakt, die Lebensmittel brauchen. Die Organisation wurde 1998 als Forschungsprojekt an der Universität von Bologna in Italien ins Leben gerufen und ist heute in mehr als 40 italienischen Städten und Ortschaften aktiv. Für Argentinien und Brasilien werden gerade zwei neue Projekte entwickelt.

Abgeben statt wegwerfen

In 62 deutschen Städten stehen in einigen Innenhöfen von Wohnanlagen Kühlschränke, in denen Menschen Lebensmittel deponieren können, die sie nicht mehr brauchen – zum Beispiel, wenn sie in Urlaub fahren. Das Projekt Fairteiler läuft seit 2013 und wird von www.lebensmittelretten.de organisiert. Die Kühlschränke sind rund um die Uhr zugänglich und jeder kann nach Bedarf Lebensmittel deponieren oder herausnehmen. Es gibt nur eine Regel: Lege nichts in die Kühlschränke, was du selbst nicht (mehr) essen würdest!

Illustrationen: Florian Sänger